½ Coupé, Wien um 1900

N°1 

Coupé, Wien um 1885, aus der Wagenfabrik Carl Marius, 

Carl Marius (1819–1884) war ein Sattler und Kutschenbauer, der aus Württemberg stammte und als Geselle nach Wien kam. Sein erster großer Auftrag war die Hochzeitskutsche von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth im Jahr 1854. 1869 trat Karl Marius Junior in das Unternehmen ein. Während der Regierungszeit von Kaiser Franz Joseph I. war das Unternehmen Marius neben Jacob Lohner und Sebastian Armbruster einer der bekanntesten Wagenlieferanten des Wiener Hofes.
Die Wagenburg in Schloss Schönbrunn beherbergt 21 historische Fahrzeuge der Firma Marius, darunter den viersitzigen Gala-Staatswagen von 1865 sowie die Leib-Landaulette (1885) und das Leib-Coupé (1887) von Kaiser Franz Josef I.

Das selbsttragende Fahrgestell mit elliptischen Blattfedern und der Kasten sind schwarz lackiert und in goldener Farbe fein liniert, die Innentapezierung mit zweigeteilter Sitzpolsterung in rautenförmig gestepptem schwarzem Leder, Frontscheibe mit Facettenschliff, verzierte Messinggriffe, Einstiegstritte mit Schmutzdeckel, zylinderförmige Messinglaternen mit geschliffenen Gläsern,  Kotschirm aus schwarzem Leder, die Feststellbremse mit einem am Kutscherbock montierten Kurbelrad wirkt über ein Eisengestänge und Bremsbacken auf die Laufflächen der Hinterräder, Kutscherbock mit schwarzer Ledertapezierung, Holzspeichenräder mit Speichenhülsen und Stahlfelgen mit Klemmprofil und Vollgummibandage.  



Höhe 202 cm, Länge 330 cm, Breite 166 cm

Rad ⌀ vorne 90 cm, hinten 109 cm